DEKA Algarve

 

DEKA Algarve 

Deutschsprachige Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde im Algarve.

Unsere Gottesdienste finden in der Capela de Nossa Senhora da Encarnação in Carvoeiro statt.

       Kapelle Innen

 

 Gott segne Sie und behüte Sie. 

Porta patet, cor magis 

(Die Tür ist offen, unser Herz noch mehr) 

 

 Die Monatslosung für den Mai 2022 steht im 3. Johannesbrief 2 

Mein Lieber, ich wünsche dir allseitiges Wohlergehen und Gesundheit so, wie es ja mit deiner Seele schon gut steht.

Ἀγαπητέ, περὶ πάντων εὔχομαί σε εὐοδοῦσθαι καὶ ὑγιαίνειν, καθὼς εὐοδοῦταί σου ἡ ψυχή.

Amado, desejo que te vá bem em todas as coisas e que tenhas saúde, assim como bem vai a tua alma.

(mehr Gedanken dazu finden Sie hier Monatslosung)

Sonntag Kantate 15. Mai 2022 - Die fünf Märtyrer von Lyon (1553)

 

So werden fünf reformierte Theologen genannt, die am 16 Mai 1553 in Lyon auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Ihre Namen sind: Martial Alba, Pierre Escrivain,  Bernard Seguin, Charles Favre und Pierre Navihères.  Nach ihrem Studium in Lausanne und Genf, wo sie auch Johannes Calvin kennengelernt haben, wollen sie zurück in ihre Heimat und das Gelernte ihren französischen reformierten Glaubensbrüdern weitergeben. Auf ihrem Weg kommen sie durch das römisch-katholische Lyon. Hier herrscht ein strenges Predigtverbot für die reformatorische Lehre. Sie finden Unterkunft bei einem Lyoner Bürger und werden, zur Überraschung aller beim Mittagessen verhaftet. Schon wenig später beginnt das Verhör durch das geistliche Gericht aus Dominikanern, Karmelitern und Franziskanern. Sie werden zur Abendmahlslehre, zur Fürbitte für die Toten, zur Beichte und zur Auslegung der Bibel und natürlich zu ihrer Stellung zum Papst befragt. Nach evangelischer Berichterstattung machen sie auf alle Richter wegen ihrer Gelehrsamkeit großen Eindruck. Der Franziskanermönch Dr. de Combis fragt Escrivain: „Du sagst, St. Peter sei nicht gewesen das Haupt der Kirchen. Siehe, ich will es dir beweisen. Der Herr Christus hat ja zu St. Peter gesagt: ‚Du bist Simon, Jonas Sohn; du sollst hinfort Cephas heißen.‘ Nun heißt das Wort Cephas im Latein soviel als Caput und in französischer Sprach Chef, das ist ein Haupt.“ Escrivain antwortet: „Herr, wo habt ihr diese Auslegung hergenommen? St. Johannes der Evangelist Kap. 1, 42 leget´s viel anders aus. Denn er spricht also: ‚Du sollst Cephas heißen, das wird verdolmetschet: Ein Fels.‘ Derwegen so heißt Cephas einen Fels und nicht ein Haupt.“ Der Richter Vilards, der direkt neben den Mönchen sitzt, nimmt ein Neues Testament zur Hand und bestätigt Escrivains Auslegung. Der Mönch senkt den Kopf, errötet und schweigt. Auf die Frage, ob er leugne, dass der Papst der Stellvertreter Christi auf Erden sei, antwortet er: „Glaubt ihr denn, dass der, welcher Himmel und Erde erfüllet, durch seinen Geist unmittelbar seine Kirche regieret und bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende, eines Statthalters bedürfe?“ Vilards soll daraufhin die Sitzung mit den Worten verlassen haben: „Ja, was das Wort Gottes ist, das muss man freilich behaupten.“ Einer andere wird gefragt, ob er Lutheraner sei, und antwortet, seine Lehre gründe sich allein auf die Bibel. Nicht Luther, sondern Christus sei vom Himmel gekommen. Ihre klugen Antworten nützten ihnen nichts. Sie wurden zum Tode verurteilt. Denn es ging hier, wie so oft in der Kirche, nicht wirklich um Glauben und Theologie, sondern um Macht. Wo käme Kirche denn hin, wenn Menschen die Bibel einfach mit ihrem klaren Verstande lesen würden. Nach ihrer Verurteilung beginnt ein heftiges Hin- und her um ihre Befreiung, in das auch Calvin und sogar der französische König Heinrich II. eingebunden waren. Alles umsonst. Am Morgen des 16. Mai 1553 werden sie verbrannt. Die Institution Kirche hatte ihre einmal mehr ihre autoritäre Macht demonstriert. Für uns sind die Fünf vielleicht ein Vorbild darin, mit eigener Vernunft die biblischen Geschichten und Erzählungen verstehen zu wollen, um dann auch bei dem zu bleiben, was uns überzeugt hat. Natürlich gibt es auch Bauernregeln für den 16. Mai. Es ist der Tag der Heiligen Nepomuk, einem katholischen Priester, der 1393 im Machtkampf zwischen böhmischen König Wenzel und dem Klerus in der Moldau ertränkt wurde. Damals die übliche Todesstrafe für Kleriker. Billig und unblutig. Wie auch immer: Der Nepomuk uns das Wasser macht, dass uns ein gutes Frühjahr lacht. Lacht zu Nepomuk die Sonne, dann gerät der Wein zur Wonne.

Den Gottesdienst zum Sonntag Kantate finden Sie unter der Rubrik ‚Gedankensplitter‘.                                                                                                                       

 

 

 

 

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