Gedankensplitter

 

 

 Deutschsprachige Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Algarve (DEKA)

Letzter Sonntag nach Epiphanias, 29. Januar 2023

Schau, das Dunkele deckt die Erde und Wolkendüster die Nationen. Doch über dir glänzt auf der Ewige und seine Herrlichkeit wird über dir erschaut. Jesaja 60

Glockengeläut 

  -Musik (BW 88 Nein! Gott ist allezeit geflissen, Uns auf gutem Weg zu wissen Unter seiner Gnade Schein. Ja! wenn wir verirret sein Und die rechte Bahn verlassen, Will er uns gar suchen lassen.) 

Salutatio:
P: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, P+G: der Himmel und Erde gemacht hat. Amen

Confiteor:
Beim Propheten Habakuk lesen wir: „Gottes Glanz ist wie Licht; Strahlen gehen von seinen Händen aus. Darin verborgen ist seine Macht.“ (3,4) Können wir das glauben? Spüren wir die Kraft, die von Gott ausgeht? Wir Christen kommen in den Gottesdienst, um die Kraft, die von Gott kommt, zu spüren, indem wir das Wort Gottes hören. Uns wird klar: Wir Menschen machen bei dem Versuch, allein auf unsere eigenen lichten Momente zu setzen, nur auf unserer Kraft zu bauen, unser eigenes und das Leben vieler anderer manchmal nicht einfacher. Deshalb beten wir am Anfang: Gott, erbarme dich, vergib uns unsere Illusionen und führe uns zum ewigen Leben. Lass uns diesen Gottesdienst mit einem unbeschwerten Herzen und fröhlichen Lippen feiern durch Jesus, den Christus. Und wir erhalten gleich zu Beginn die Antwort, die sich durch diesen ganzen Gottesdienst bestätigen möge: Gott erbarmt sich, zeigt sich in Jesus Christus, und vergibt uns. Sein Heiliger Geist wird mit uns sein. Wer das glauben kann, der wird auch selig werden. Das verleihe Gott uns allen. Amen.

Lied 450 Morgenglanz der Ewigkeit 

Psalm 97
Gottes Glanz war wie Licht; Strahlen gingen aus von seinen Händen. Darin verborgen seine Macht. (Habakuk 4)
     Gott ist König, die Erde freue sich, und alle Inseln, so viele es gibt.
Um ihn her sind Wolken und Dunkel, Gerechtigkeit und Gericht, sind die Stütze seines Thrones.
     Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und seine Herrlichkeit sehen alle Menschen.
Ihr Gerechten freut euch über Gott, dankt ihm und preist seinen heiligen Namen
     Gottes Glanz war wie Licht; Strahlen gingen aus von seinen Händen. Darin verborgen seine Macht. (Habakuk 4)

Gloria
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
P: Kyrie eleison G: Herr erbarme dich
P: Christe eleison G: Christe erbarme dich
P: Kyrie eleison G: Herr erbarm dich über uns

Gloria in excelsis
Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgfalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.

P: Der Herr sei mit euch - G: Und mit deinem Geist.

Kollektengebet
Gott, tröste uns in unseren Sorgen und Ängste, sei uns gnädig und erhöre unser Gebet. Erleuchte unsere Herzen durch das Licht deiner Erscheinung, damit wir in den Dunkelheiten dieser Welt DEIN LICHT sehen. In unserer Menschlichkeit willst DU deine göttliche Liebe aufleuchten lassen. Wir sind hier vor DIR mit unserem Leben, manchmal strahlend vor Glück und voller Vertrauen zu DIR und manchmal düster und kalt ohne Vertrauen wie ein erloschenes Feuer. Lass uns darauf vertrauen, dass deine Liebe zu uns nicht aufhört. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, der mit DIR und dem HEILIGEN GEIST uns Kraft gibt heute, morgen und alle Tage. Amen

Lied EG 72 O Jesu Christe, wahres Licht 

Die Lesung steht im 2. Brief des Paulus an die Christen in Korinth (4,6-10)

Denn Gott, der einst aus der Finsternis Licht leuchten ließ, hat das Licht auch in unseren Herzen aufstrahlen und uns die Herrlichkeit Gottes im Angesicht von Jesus Christus erkennen lassen. Diesen Schatz tragen wir jedoch in zerbrechlichen Tongefäßen, wie wir es sind, damit deutlich wird, dass die alles überragende Kraft von Gott stammt und nicht von uns. Von allen Seiten werden wir bedrängt, aber nicht erdrückt; wir sind oft ratlos, aber nicht verzweifelt, wir werden verfolgt, sind aber nicht verlassen, wir werden niedergestreckt, gehen aber nicht zugrunde. Immer und überall tragen wir das Sterben von Jesus an unserem Körper herum, damit auch sein Leben an uns deutlich sichtbar wird

Hallelujavers: Halleluja. Halleluja. Halleluja– Die Himmel verkünden Gottes Gerechtigkeit, und alle Menschen können seine Herrlichkeit sehen (Psalm 97,6) – Halleluja. Halleluja. Halleluja

Lied EG 67 Herr Christ, der einig Gotts Sohn 

Die Lesung des Evangeliums steht im Evangelium des Matthäus (17,1-9)
P+G: Ehre sei dir Herre
Sechs Tage später nimmt Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes mit und führt sie auf einen hohen Berg, wo sie allein sind. Dort, vor ihren Augen, verändert sich sein Aussehen. Sein Gesicht beginnt zu leuchten wie die Sonne, und seine Kleidung wird blendend weiß wie das Licht. Dann erscheinen Mose und Elija vor ihnen und reden mit Jesus. "Herr, wie gut, dass wir hier sind!", ruft Petrus, "wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen: eine für dich, eine für Mose und eine für Elija." Während er noch redet, fällt der Schatten einer lichten Wolke auf sie, und aus der Wolke sagt eine Stimme: "Das ist mein lieber Sohn, an dem ich meine Freude habe. Hört auf ihn!" Diese Stimme versetzt die Jünger in solchen Schrecken, dass sie sich zu Boden werfen, mit dem Gesicht zur Erde. Da tritt Jesus zu ihnen, rührt sie an und sagt: "Steht auf! Ihr müsst keine Angst haben." Als sie sich umschauen, sehen sie niemand mehr. Nur Jesus ist bei ihnen. Während sie den Berg hinabsteigen, sagt Jesus den drei Jüngern mit Nachdruck: "Sprecht mit niemand über das, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist!
P+G: Lob sei Dir, o Christus

Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 74 Du Morgenstern, du Licht vom Licht 

Predigt 2. Kor 4,6-10

Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen
Am letzten Sonntag nach Epiphanias hören wir die Geschichte der Verklärung Christi. Jesus besteigt mit Petrus, Jakobus und Johannes einen Berg. Dort kommt es zu einer Begegnung mit Moses und Elia. Der Sinn dieser Geschichte: Jesus vereinigt die beiden wichtigsten Traditionslinien des Judentums, die des Mose und Elia, in sich.

Moses steht für die Befreiung aus der Knechtschaft des Pharao, für die Freiheit der Menschen von politischer Unterdrückung und Willkür. Elia für die Befreiung aus religiöser Knechtschaft. Er kämpft gegen Baal, der von Menschen blutige Opfer verlangt. Ein bis heute brisantes Thema. Manche islamische Theologen erklären das mörderische Selbstopfer mit hunderten von unschuldigen Toten als Wille Gottes. Aber auch unter Christen gibt es einige, die meinen Gott müsse durch das Opfer der eigenen Gesundheit, der eigenen Persönlichkeit oder gar des eigenen Lebens befriedigt werden. Gegen solche ideologischen und krankmachenden Glaubensvorstellungen kämpft Elias.

Jesus vereinigt in seiner Person den politischen Kampf gegen Gewaltherrschaften und den religiösen Kampf gegen grausame, Menschen verachtende Gottesbilder. Jesus Christus steht für die Freiheit des Menschen, die aus der Liebe Gottes zu seinen Menschen herrührt. Gott gibt dem Menschen Freiheit und Freiraum.

Oder wie es der Apostels Paulus nach Korinth schreibt:
Meinen Dienst bei euch hat Gott mit den Worten begründet, „Wo Finsternis war, soll Licht strahlen.“ (Anspielung auf Gen 1,3) So versteht Paulus die Botschaft Jesu: Wo die Menschen in Finsternis sind, soll Gottes Licht strahlen. Das ist das Programm der Aufklärung. Gott will Menschen aus politischer, religiöser und ideologischer Unfreiheit die Freiheit der Kinder Gottes führen. Mit den Worten, wo Finsternis war, soll Licht strahlen, spielt Paulus auf den Anfang der Schöpfung an. Da schuf Gott das Licht Gottes am ersten Tag, damit Menschen in einer hellen, warmen Welt leben können.

Paulus schreibt weiter:
Denn der Gott, der aus Finsternis Licht leuchten hieß, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi.

Gott hat uns Menschen geschaffen, uns seit undenklichen Zeiten gewollt und uns liebgewonnen. Durch Jesus Christus erkennen wir in unserem Herzen, wer dieser Gott ist. Ein Gott, der sich hingibt, der Freiheit lässt, Freiraum gibt, damit sich das Leben der Menschen entfalten und entwickeln kann. Damit nimmt Paulus die Gedanken und Ideen von zwei Propheten aus dem Alten Testament auf, einmal von Jeremia: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. (31,33) Und von Hesekiel: "ich will Ihnen ein anderes Herz geben…"  Gott gibt seinen Geist in unser Herz, so geschieht die Veränderung. Nicht ein ängstliches furchtsames Herz soll in uns schlagen, sondern das Herz, das diesem befreienden Gott vertraut. Antoine de Saint Exupery, hat diesen Gedanken aufgenommen in seiner Geschichte vom kleinen Prinzen: Der Mensch sieht nur mit dem Herzen gut, das wesentliche ist verborgen.

Dieses von Gott veränderte Herz wird unser Leben und unser Verhalten verändern. Aber nicht so, dass man damit sozusagen einen neuen Status hat, ein Christ mit Abitur ist. Natürlich wollen wir eine lebendige Inszenierung der Botschaft Jesu Christi sein, und es ist uns möglich, wie es der Evangelist Johannes einmal ausgedrückt hat: wir können alle die Dinge tun, die Jesus getan hat und noch viel mehr (!), aber Paulus verschweigt nicht, dass zu dieser Inszenierung genauso die Seiten des Lebens gehören, die schwer sind, schwer erträglich sind: Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen. Daran wird deutlich, dass die Kraft, die ich habe, von Gott kommt und nicht aus mir selber. Immer bedrängt, aber nicht eingeengt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg, verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht umkommend; allezeit das Sterben Jesu am Leibe umhertragend, auf dass auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde.

Das ist Paulus Version der Inkarnation, die im Leben der Christen und in ihren Gemeinden weitergeht. Die irdenen Gefäße sind wir, unser Leben und unser Zeitabschnitt, den wir hier auf dieser Erde verbringen. Bei irdenen Gefäßen kann ganz schön viel in die Brüche gehen, können eine Menge Scherben entstehen. Wir Christen sind nicht davor gefeit, vor einem Scherbenhaufen zu stehen. Paulus selber schreibt in diesem Brief von einigen Scherbenhaufen, die er zusammenkehren musste. Wir wissen, dass er ein kranker Mann war, vieles deutet darauf hin, dass er an Epilepsie litt, d.h. immer wieder von heftigen Krampfanfällen heimgesucht. Er erzählt, wie er nicht nur von der römischen Polizei immer wieder verfolgt wurde, sondern auch von Christen in den Gemeinden, die er ja selber gegründet hatte. Für Paulus gehört beides zusammen, das neue Herz, die Freiheit der Kinder Gottes, das neue Leben, die Freude über den weiten Raum, den die Botschaft Jesu Christi uns Menschen eröffnet, und gleichzeitig die Begrenzungen, die Anfeindungen, die Konflikte und Auseinandersetzungen, in die uns nicht nur das Leben selber, sondern auch die christliche Botschaft führen, wenn wir sie denn vertreten. Aber er macht sich selber und uns Mut:
Immer wieder bedrängt, aber nicht eingeengt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg, verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht umkommend; oft das Sterben Jesu am eigenen Leibe tragend, damit auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde.

Dieser Gedanke ist ihm so wichtig, dass er ihn in seinem Brief an die römische Gemeinde, wiederholt: Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?...Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Röm 8,35-39)

Die Liebe Gottes, die wir in Jesus Christus erkennen dürfen, und die unser Herz und unsere Sinne erleuchtet, will die Widrigkeiten des Lebens und die Zeiten, wenn unser Leben zur Hölle wird und die Augenblicke, wo wir aus der Welt gefallen, tragen. So wie wir das erfahren, wenn wir selber krank sind, wenn dann liebe Menschen uns begleiten und besuchen und uns zu trösten vermögen. So wie wir das selber tun, wenn wir Flüchtlingen helfen, wenn wir Gefangene besuchen, wir Menschen spenden und etwas von unserem Reichtum abgeben, die von Katastrophen betroffen werden. Darin erleben wir und geben wir die Liebe Gottes weiter. Sie lässt uns all das erträglich erscheinen, was das Leben manchmal so ungenießbar machen kann. So sind wir im Leben, im Leiden und Sterben mit Gott durch Jesus Christus durch seinen Geist verbunden. Das ist unser Glaube und das ist unsere Hoffnung, auch wenn beide manchmal gar keinen Anhalt in der Realität unseres Lebens haben.

Gottes Heiliger Geist befestige diese Worte in euren Herzen, damit ihr das nicht nur gehört, sondern auch im Alltag erfahrt, auf dass euer Glaube zunehme und ihr endlich selig werdet, durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen

Lied EG 66 Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude 

Abkündigungen:

1. Den nächsten Gottesdienst feiern wir mit Abendmahl am nächsten Sonntag, Septuagesimae (70 Tage vor Ostern) 5. Februar 2023. Beginn wie immer 11 Uhr.

2. Die aktuellen Termine finden Sie immer auf unsere Webseite. www.deka-algarve.com

3. Der Chor trifft sich donnerstags um 17:30 Uhr in der Kapelle. Die genauen Termine erfragen Sie bitte bei Annemarie Webster. Tel. 282 356 231

4. Die Kollekte des letzten Gottesdienstes ergab 38,50€. Die heutige Kollekte ist für die Bombeiros (Freiwliige Feuerwehr Lagoa/Carvoeiro) bestimmt.

5. Auch für die vielen Spenden für die Foodbank unserer katholischen Schwestergemeinde bedanken wir uns ganz herzlich. Gott segne Geber und Gaben.

6. Am Sonntag, dem 12. Februar 2023 beginnt wieder die ‚Musica sacra‘ in den Kirchen des Concelho von Lago. Das Anfangskonzert findet in der Igreja de Misericordia in Lagoa statt. Die Künstlerin Michelle wird am Piano begleitet.

7. Herzliche Einladung zum gemeinsamen Mittagessen im Restaurant Taste

Und der Friede Gottes, der höher ist, als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

Lied EG 69 Der Morgenstern ist aufgedrungen 

Fürbittengebet
P: Gott, Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude. Auf Ihn wollen wir hören, er sei uns Licht und Leben, durch ihn weicht unsere Finsternis. Wir bitten dich:

A: Gott, Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude. Dein Wort erleuchte uns, gebe uns Hoffnung in der Finsternis von Krieg und Gewalt. Wir denken an die Menschen in der Ukraine in den Schutzräumen, in den Folterkellern des Iran, und an die Flüchtlinge in ihren klapprigen Booten. Lass uns Wege suchen, den Krieg und Flucht zu beenden Wir rufen: Kyrie eleison

B: Gott, Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude. Dein Wort gebe uns Lebenskraft in unseren Finsternissen von Krankheit und Trauer. Gib uns Kraft, den Kranken beizustehen, die Trauerden zu trösten, und den Ratlosen zuzuhören. Wir rufen: Kyrie eleison

C: Gott, Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude. Dein Wort bewahre unsere Herzen vor den Finsternissen von Schuld und Feindschaft. Lass uns Versöhnung suchen, wo man sich streitet und trennen will, damit Verstehen und Respekt wachsen. Dein Wort kann die Suchenden verwandeln, neue Wege tun sich auf. Wir rufen: Kyrie eleison

P: Gott, Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude. Dein Wort geht mit uns, macht unser Leben hell, segne alle, die zu uns gehören. Gott, Grund aller Hoffnung, wir gehören zu dir heute und alle Tage. Amen. Laudate omnes gentes

Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen

Demissio/Entlassung
P: Gehet hin im Frieden des Herrn – G: Gott sei ewiglich Dank - Lied EG 421 Verleih uns Frieden gnädiglich 

Segen
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden. Amen

Musik zum Ausgang (BW 83, Choral: Er ist das Heil und selig Licht) 

Deutschsprachige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Algarve. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.; Web: www.deka-algarve.com
Vorsitzende: Annemarie Webster: Tel. 282 356 231.
Pastor i.R. Stephan Lorenz: Tel: : 282 341 214; Mobil: 960 244 439; +49 171 68 20 295; 8400-565 Carvoeiro Uz Sesmarias 84. Wenn Sie mich sprechen wollen, rufen oder mailen Sie mich einfach an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Unsere Gemeindearbeit finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Wir freuen uns über jede Spende auf unser Konto IBAN : PT50 0045 7063 4029 9611 0208 7 BIC : CCCMPTPL - 

 

Jahreslosung 2023  Genesis 16,13

Du bist ein Gott, der mich sieht.

וַתִּקְרָא שֵׁם יְהוָה הַדֹּבֵר אֵלֶיהָ אַתָּה אֵל רֳאִי כִּי אָמְרָה הֲגַם הֲלֹם רָאִיתִי אַחֲרֵי רֹאִי

Tu és Deus da vista

Was für eine schöne Erfahrung. Die Wirkungen eines liebenden, wohlwollenden Blicks kennen wir alle. Ein einfühlsamer Blick tut gut. Gesprochen von Hagar. Gott sieht mich. Aber er steht in einer – aus heutiger Sicht – ziemlich brutalen Geschichte. Hagar, die Fremde, so kann ihr Name verstanden werden, ist Sklavin Sarahs, der Frau Abrahams. Abraham und Sarah sind Sklavenhalter! Hagar ist Objekt, Sexobjekt. Denn Sarah kann keine Kinder bekommen. So schickt sie ihrer Sklavin zu Abraham, damit er sie schwängert und die Familie endlich einen Erben bekommt. Das klappt auch sofort. Sarah fühlt sich gekränkt. Eine Sklavin kann, was sie nicht kann. Sie fühlt sich depotenziert, beschwert sich bei Abraham, der nur sagt: Sie ist deine Sklavin, mach mit ihr, was du willst. Die Geschichte erzählt, Sarah ‚drückt‘ sie. Hagar wird körperlich und seelisch misshandelt, gequält. Hagar flieht. Auf ihrer Flucht wird sie von einem Engel angesprochen. Sie solle zu Sarah zurückkehren und ihren Sohn Ismael nennen, Gott hat deinen Notschrei gehört, lautet die Übersetzung seines Namens. Ismael werde eine große Nachkommenschaft haben. Hagars Reaktion: Du bist ein Gott, der mich sieht. Gott ist der Einzige, der in dieser Erzählung tatsächlich mit ihr redet, sie als Menschen sieht. Sklaven, Sklavinnen sind der Rede nicht wert. Bis heute nicht. Die WM in Quatar hat es uns wieder gezeigt. Schlussendlich bekommt Sarah doch noch einen Sohn. Hagar wird vertrieben. Ihre Spur verliert sich. Wird nicht mehr erwähnt. Sie muss verschwinden. Die Erzählung zeigt Wirkung bis in die heutige Zeit. Muslime*Musliminnen verstehen sich als Nachkommen Hagars und Juden*Jüdinnen als Nachkommen Sarahs. Eine Geschichte ohne happy end. Die Bibel erzählt keine Märchen, sondern schonungslos, wie Menschen mit Menschen umgehen. Gott sieht Hagar in ihrer Not, er schickt sie aber auch wieder in die Sklaverei zurück. Auch, dass sie am Ende vertrieben wird und im Dunkel der Geschichte verschwindet, lässt er geschehen. Man fragt sich, warum diese Worte am Anfang eines Jahres stehen. Für sich genommen, hören sie sich großartig an. Gott sieht mich. Im Kontext gelesen hängen sie einem quer. Man wünscht sich einen anderen Ausgang. Auch unser Kontext wird mit Beginn des neuen Jahres nicht grundsätzlich anders. Der Krieg in der Ukraine geht weiter, das Bomben, Sterben, Frieren und Töten. Die Sklaven in Quatar werden keiner Rede mehr wert sein. Die Frauen (und Männer) im Iran weiter von alten Männern unterdrückt, verfolgt und ermordet. Die Sorgen Vieler, wie sie ihre Lebenshaltungs- und Energiekosten bezahlen sollen, werden nicht kleiner. Vielleicht ist es tröstlich, zu wissen: Auch wenn Gott nicht wie ein ‚Deus ex machina‘ unsere Probleme löst, sondern uns unsere problematische Situation belässt, Gott sieht uns. Für mich ein Ansporn, dass wir nicht aufhören, uns gegenseitig zu sehen und wahrzunehmen in unserer Not. Flüchtlinge werden auch 2023, nicht nur aus der Ukraine kommen. Sie brauchen unsere Hilfe, materiell und emotional. Schauen wir nicht weg, wenn wir bei uns Menschen in Not sehen. Sie sind ja unsere Nachbarn, in Deutschland und Portugal. Wir werden die Welt auch 2023 nicht grundsätzlich ändern, das erzählt die Geschichte von Hagar und Sarah, aber wir können sie in unserem Umfeld etwas erträglicher machen. Das Schauen, die Wahrnehmung der Situation meines Nächsten wirkt doch meine Betroffenheit, meine Betroffenheit führt dann zu einem treffenden Handeln. Das wünsche ich uns im kommenden Jahr. Wenn wir uns sehen und umeinander kümmern, wird es ein gutes Jahr werden.

Stephan Lorenz, Pfarrer i.R. Urb. Sesmarias, Lote 84, (960 244 439) Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

 

 

 

 

Die Losung heute

Tageslosung vom
Montag, 30. Januar 2023
Der HERR, unser Gott, hat uns behütet auf dem ganzen Wege, den wir gegangen sind.
Josua 24,17
Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Matthäus 28,20

Veranstaltungen

Gottesdienste

 gottesdienste.jpg

Die Gottesdienste beginnen um 11 Uhr

Festschrift zum 30 jährigen Jubiläum
 kapelle.jpg
Der Kalender 2023 ist da
Der Weihnachtsbote 2022 ist da
Dr. Geiger besucht unser Patenkind 
lesen Sie mehr unter 'Deka News'
Zeitspende sucht Mitarbeiterinnen
Schwer krank, sterbend - was nun?
Gruppe Zeitspende bietet Ausbildungsseminar
im Herbst an
 
 
Ältere Beiträge  der Titelseite
können Sie unter 'News'
noch einmal nachlesen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.