Gedankensplitter

 

 

 Deutschsprachige Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Algarve (DEKA)

 Sonntag Invokavit 18.. Februar 2024

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1.Joh 3,8b

Glockengeläut 

 – Musik (Bach: Erzittre, tolle und freche Welt) 

Salutatio:  P: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, P+G: der Himmel und Erde gemacht hat. Amen

Confiteor:  Im Psalm des heutigen Sonntages Invokavit, dem 91.Psalm lesen wir: Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen und Du deinen Fuß nicht an einem Stein stößt. Ein schöner Segen. Wir würden ihm gerne glauben. Aber sagt uns unsere Erfahrung nicht, dass wir besser selbst auf uns aufpassen sollten?  Aber trotz aller guten Vorsorge bleibt ein Rest, den wir nicht in der Hand haben. Keiner von uns ist gefeit davor, unbehütet zu sein und schmerzvollen Verletzungen zu erleiden. Dann behüte uns Gott und seine Engel mögen uns bewahren. Unsren Kleinglauben merken wir und bitten um Vergebung und Nachsicht und hören als Antwort: Gott erbarmt sich. Er sieht uns in Jesus Christus freundlich an und will, dass unser Leben gelingt. Wer auf Gottes Barmherzigkeit vertrauen kann, der wird auch selig werden. Und dazu verhelfe uns Gott in diesem Gottesdienst und darüber hinaus. Amen

Lied 347 Ach bleib mit deiner Gnade 

Psalm 91

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht:  Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.   

     Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

     Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen      Stein stoßest.

Gloria

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

P: Kyrie eleison           G: Herr erbarme dich

P: Christe eleison            G: Christe erbarme dich

P: Kyrie eleison           G: Herr erbarm dich über uns

 Gloria in excelsis * (entfällt in der Fastenzeit)

P: Der Herr sei mit euch  -      G: Und mit deinem Geist.

Kollektengebet:

Gott, tröste uns in unserer Angst.  Höre unser Bitten, sei uns gnädig. Lass uns das Leiden und Sterben Jesu Christi mit glaubendem Herzen ansehen und so mehr und mehr verstehen, was auf den ersten Blick so unverständlich bleibt, nämlich, dass wir darin deine nicht enden wollende Liebe entdecken können. Denn Du rächst dich nicht für diesen Mord, sondern machst ihn zum Exempel deiner Feindesliebe. Lass uns deine Vergebung erfahren. Das bitten wir durch Jesum Christum, der uns durch den Heiligen Geist Kraft geben, heute und morgen und alle Tage. Amen

Lied EG 362 Ein feste Burg ist unser Gott 

Die Lesung steht im Hebräerbrief (4,14-16)

Weil wir nun einen großen Hohen Priester haben, der alle Himmel bis zum Thron des Höchsten durchschritten hat – Jesus, den Sohn Gottes –, lasst uns am Bekenntnis zu ihm festhalten! Dieser Hohe Priester versteht unsere Schwächen, weil ihm die gleichen Versuchungen begegnet sind wie uns – aber er traf keine falschen Entscheidungen (blieb ohne Sünde). Darum wollen wir mit Zuversicht vor den Thron unseres überaus gnädigen Gottes treten, damit wir Gnade und Erbarmen finden und seine Hilfe zur rechten Zeit empfangen.

Hallelujavers* (entfällt in der Fastenzeit)

Lied EG 366 Wenn wir in höchsten Nöten sein 

Die Lesung des Evangeliums steht im Evangelium des Matthäus (4,1-11)

P+G: Ehre sei dir Herre

Jesus wird vom Geist Gottes in die Wüste geführt, dort versucht ihn der Teufel. Vierzig Tage und Nächte lang isst er nichts. Als der Hunger ihn quält, tritt der Versucher an ihn heran und sagt: "Wenn du Gottes Sohn bist, befiehl, dass diese Steine hier zu Brot werden."  Jesus antwortet: "Nein, in der Schrift steht: 'Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.' "Daraufhin geht der Teufel mit ihm in die Heilige Stadt, stellt ihn auf den höchsten Punkt des Tempels und sagt: "Wenn du Gottes Sohn bist, dann stürz dich hier hinunter! Es steht ja geschrieben: 'Er schickt seine Engel für dich aus, um dich zu beschützen. Auf den Händen werden sie dich tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.' "Jesus gibt ihm zur Antwort: "Es heißt aber auch: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!' "Schließlich geht der Teufel mit ihm auf einen sehr hohen Berg, zeigt ihm alle Königreiche der Welt und sagt: "Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest."  Da sagt Jesus: "Weg mit dir, Satan! Es steht geschrieben: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!' "Da lässt der Teufel von Jesus ab, Engel kommen und versorgen ihn.

P+G: Lob sei Dir, o Christus

 Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 484 Lasset uns mit Jesum ziehen 

 Predigt  Matthäus 4, 1-11

 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

„Invokavit“ heißt der erste Sonntag in der Fastenzeit, nach dem lateinischen "Invocavit me, et ergo exaudiam eum" (Ps. 91, 15)  - „Er (der Mensch) ruft mich an, deshalb will ich ihn erhören...“

Fastenzeit, 6 Wochen bis zum Osterfest. Ich bin einer, der nicht gerne fastet. Kostet mich zu viel Überwindung. Mein erster und letzter Versuch, als junger Pastor, war nicht erfolgreich. Nach einer Woche kam ich auf dem Weg ins Pfarrhaus an einem griechischen Restaurant vorbei. Da roch es wunderschön. Wie in Trance stürmte hinein und bestellte mir eine große Portion Gyros. Das war’s dann. Wenn sie sich entschließen, zu fasten oder auf irgendetwas zu verzichten, tun sie es, ohne sich zu überfordern. Die Fastenaktion der EKD steht in diesem Jahr unter dem Motto ‚Komm rüber. Sieben Wochen ohne Alleingänge‘. Sie ruft dazu auf, Fastengruppen zu bilden und gemeinsam Erfahrungen zu teilen.

Fasten, Verzicht üben, seinen Alltag für einige Zeit zu verändern, führt einen in Versuchung. Deshalb wird am Anfang der Fastenzeit zur Ermutigung die Geschichte der Versuchung Jesu gelesen.

Jesus wird vom Geist Gottes in die Wüste geführt, wo ihn der Teufel versucht. Vierzig Tage und Nächte isst Jesus nichts. Als der Hunger ihn quält, tritt der Versucher an ihn heran: "Wenn du Gottes Sohn bist, befiehl, dass diese Steine zu Brot werden."  Jesus antwortet: "Nein, in der Schrift steht: 'Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.' "Daraufhin geht der Teufel mit ihm in die Heilige Stadt, stellt ihn auf den höchsten Punkt des Tempels und sagt: "Wenn du Gottes Sohn bist, dann stürz dich hier hinunter! Es steht ja geschrieben: 'Er schickt seine Engel für dich aus, um dich zu beschützen. Auf den Händen werden sie dich tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.' "Jesus gibt ihm zur Antwort: "Es heißt aber auch: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!' "Schließlich geht der Teufel mit ihm auf einen sehr hohen Berg, zeigt ihm alle Königreiche der Welt und sagt: "Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest."  Da sagt Jesus: "Weg mit dir, Satan! Es steht geschrieben: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!' "Da lässt der Teufel von Jesus ab, Engel kommen und versorgen ihn.

Der Erzählung voraus geht die Taufe Jesu. Gerade als Sohn Gottes bestätigt und mit dem Heiligen Geist erfüllt, bekommt es Jesus mit dem Teufel zu tun, einer ebenfalls mächtigen Figur. Der unterzieht Jesus – wir würden sagen – einem Crashtest. Wie geht Jesus mit seiner Macht um?

Eine spannende Frage, gerade heute. Wie gehen wir mit Macht um? Wie Trump, der die Welt wie einen Golfclub regieren will? Wer nicht zahlt, bleibt draußen. Wie Putin, der sich die Geschichte zurechtlügt, um seinen Angriffskrieg zu rechtfertigen? Wie viele von uns, den Missbrauche von Macht in ihren Familien erfahren haben?

„Willst du den wahren Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht“, soll Abraham Lincoln gesagt haben.

 Ich lese die Geschichte von Jesu Versuchung gerne in psychologischer Perspektive.  Dann bewährt sich Jesus in drei Grundkonflikten bzw. Versuchungssituation. Zuerst, beim Hunger, geht es um unsere triebhafte Seite. Jesus antwortet dem Versucher: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.“ Die Antwort Jesu wäre dann: Das unterschiedslose Nachgeben und grenzenlose Ausleben unserer triebhaften Seiten ist keine angemessene Lebensbewältigung. Kommunikation, das Wort, der Kontakt zwischen Menschen, zwischen Gott und Menschen sind wesentlich, halten uns und unsere Seele zusammen.

Wenn Jesus auf die Zinne des Tempels gestellt wird, geht es ums Selbstwertgefühl, unsere Selbsteinschätzung. Wer sich selbst und seine Kräfte beständig überschätzt, lebt ziemlich gefährlich, und wahrscheinlich nicht lange, ist die ebenso kurze wie knappe Antwort Jesu. Solcher Art sein Leben zu gestalten, nennt die Bibel den Ver-such, mit Gott Experimente zu machen. Geht selten gut.

Zuletzt geht es darum, dass kein Mensch ohne Normen und ethische Entscheidungen sein Leben führen kann. Die Geschichte bringt es auf den Punkt. Jesus wird gefragt, wen er „anbeten“, d.h. wessen Normen und Wertentscheidungen, er folgen will. Jesus entscheidet sich für die Gebote und Werte Gottes.

Wie geht Jesus mit seiner Macht um? -  war die Frage. Als Antwort würde ich geben: mit Bescheidenheit. Es geht im Leben nicht darum, sich selbst groß zu machen, sondern die rechte Beziehung zu Gott und den Menschen zu finden. Und damit zeigt er Gottes Absicht selber.

Wäre das eine mögliche Antwort für uns? Wie wir mit unseren Versuchungen umgehen könnten? Bescheidenheit hat bei uns nicht gerade den besten Klang. Da denken wir eher an ein Dummerchen, ein Mauerblümchen.

Das Wort kommt aus der mittelalterlichen Gerichtssprache. Das reflexive sich bescheiden meint ‚zufrieden sein‘, ‚sich zufrieden geben‘, ‚sich begnügen‘, also das wovon die Geschichte Jesu erzählt. Jesus setzt sich nicht an die Stelle Gottes.  Bescheidenheit bedeutet zur Zeit Luthers noch Verstand haben, für andere Verständnis entwickeln. Sich von Gott bescheiden lassen würde heißen, klug und einsichtsvoll zu leben.

Quintessenz: Jesu Verhalten als Sohn Gottes ist von Bescheidenheit und Vertrauen in Gott geprägt. Seine Macht orientiert sich am Willen Gottes, der will, dass alle Menschen gerettet und selig werden.

Gottes Heiliger Geist befestige diese Worte in euren Herzen, damit ihr das nicht nur gehört, sondern auch im Alltag erfahrt, auf dass euer Glaube zunehme und ihr selig werdet, durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen

EG 396 Wer nur den lieben Gott lässt walten  

Abkündigungen:

1. Den nächsten Gottesdienst feiern wir am nächsten Sonntag Reminiscere, 25. Februar 2024. Beginn wie immer 11 Uhr.

2. Die aktuellen Termine finden Sie immer auf unsere Webseite. www.deka-algarve.com

3. Der Chor trifft sich donnerstags um 17:30 Uhr in der Kapelle. Die genauen Termine erfragen Sie bitte bei Annemarie Webster. Tel. 282 356 231

4. Hinweis auf die Gemeindeversammlung am 10. März 2024 im Anschluss an den Gottesdienst.  Berichte des Vorstandes und des Pfarramtes, Entlastung des KGR; Haushalt 2025 stehen auf der Tagesordnung

5. Die Kollekte des Gottesdienstes am Sonntag Estomihi ergab  €. Die heutige Kollekte ist bestimmt für unsere eigene Gemeindearbeit

6. Herzliche Einladung zum gemeinsamen Mittagessen im Restaurant La Paleta

Und der Friede Gottes, der höher ist, als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

Lied EG 395 Vertraut den neuen Wegen 

Fürbitte

P: Gott, dein Wort bringt Licht in unsere Welt, Jesus Christus tröstet uns, dein Geist schafft Raum zum Leben, wir bitten Dich:

A: Wenn wir dein Wort beherzigen, können wir Bösen widerstehen, merken, dass Du auch auf unseren schwersten Wegen bei uns bist. Werden gewiss, dass Du unsere Klagen hörst, unsere Zweifel aushältst. Wo wir nur Dunkel sehen, bist Du unser Grund, mehr als wir uns vorstellen können. Wir rufen: Kyrie eleison

B: Wenn wir uns von deinem Geist leiten lassen, können wir Menschen beistehen, die im Krieg leben, und Gewalttaten ertragen müssen. Sind stark genug, um Kranke zu besuchen, Armen zu helfen, und Menschen mit ihrer seelischen Konflikten zu ertragen. Wir rufen: Kyrie eleison

C: Gott, dein Wort, dein Geist befähigt uns, unsere Schöpfung zu bewahren. Es ist genug da, wir werden mit denen, die hungern und heimatlos sind, teilen. Lass uns die Schönheiten deiner Welt sehen und genießen.  Wir rufen: Kyrie eleison

P: Gott, Jesus Botschaft lässt uns hoffen. Hilf uns in allen Stunden unseres Lebens, lass uns widerstehen, wo Versuchungen nach uns greifen. Wir bitten dich für alle, die uns nahe sind, segne alle in unserer Gemeinde. Du bist unser Trost heut und für immer. Amen. Laudate omnes gentes

 Vater unser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen

Demissio/Entlassung P: Gehet hin im Frieden des Herrn – G: Gott sei ewiglich Dank - Lied EG 421 Verleih uns Frieden gnädiglich 

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden. Amen

Musik zum Ausgang 

 DEKA – Deutschsprachige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Algarve. E-Mail¬: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.; Web: www.deka-algarve.com
Vorsitzende: Annemarie Webster: Tel. 282 356 231.
Pastor i.R. Stephan Lorenz: Tel: : 282 341 214; Mobil: 960 244 439; +49 171 68 20 295; 8400-565 Carvoeiro Urb. Sesmarias, Lote 84. Wenn Sie mich sprechen wollen, rufen oder mailen Sie mich einfach an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Unsere Gemeindearbeit finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Wir freuen uns über jede Spende auf unser Konto IBAN : PT50 0045 7063 4029 9611 0208 7 - BIC CCCMPTOL

 

Monatslosung Februar 2024 2. Timotheus 3,16

Alle Schrift, von Gott eingehaucht, nützt der Lehre, Aufdeckung, Besserung und Unterweisung der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen werde, alle guten Werke auszuführen.

πᾶσα γραφὴ θεόπνευστος καὶ ὠφέλιμος πρὸς διδασκαλίαν, πρὸς ⸀ἐλεγμόν, πρὸς ἐπανόρθωσιν, πρὸς παιδείαν τὴν ἐν δικαιοσύνῃ, ἵνα ἄρτιος ᾖ ὁ τοῦ θεοῦ ἄνθρωπος, πρὸς πᾶν ἔργον ἀγαθὸν ἐξηρτισμένος.

Toda a Escritura é inspirada por Deus e útil para o ensino, para a repreensão, para a correção, para a educação na justiça, a fim de que o homem de Deus seja perfeito e perfeitamente habilitado para toda boa obra.

Kirchenväter, wie Polykarp und Clemens von Rom, hielten Briefe wie den 1. und 2. Timotheus, Titus und Philemon für echte Paulusbrief. Pastoralbriefe werden sie seit dem 18. Jahrhundert genannt, weil sie ethische Fragen der Lebensführung und Fragen der Lehre behandeln, und an einzelne Personen in einer sich bildenden kirchlichen Hierarchie gerichtet sind. Die moderne Exegese hält sie für nicht authentisch. In Theologie, Stil und Vokabular unterscheiden sie sich zu stark von echten Paulusbriefen. Sie entsprechen Fragestellungen der 2. Generation nach Paulus, diskutieren weniger die Bedeutung der Tora und der Wiederkunft Christi, sondern interessieren sich mehr für die Genauigkeit der Lehre und den Umgang mit gesellschaftlichen Normen in der antiken Gesellschaft. Der 2.Timotheusbrief gibt sich als Testament des Paulus, der in Rom nach seinem Prozess auf seine Hinrichtung wartet. „Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen. Ich habe den guten Kampf gekämpft., den Lauf vollendet, den Glauben gehalten.“ (4.6.7) Diesen ‚Kampf‘ soll Timotheus fortführen, auch wenn es hart kommt. Alle, die fromm leben wollen, müssen Verfolgung erleiden … Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast, und dass du von Kind auf die heiligen Schriften (die Tora) kennst, die dich unterweisen können zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.“ (3, 14.25) Dann folgt die Losung. Timotheus solle sich an die Schrift halten. Denn: Alle Schrift, von Gott eingehaucht, nützt der Lehre, Aufdeckung, Besserung und Unterweisung der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen werde, alle guten Werke auszuführen. Ein Satz, der eine ganze Problemlage beschreibt, die Lehre von der Inspiration der Schrift. Schon das Judentum glaubt an die göttliche Inspiration durch Menschen wie die Propheten oder der Tora, die Moses am Berg Sinai erhalten hat. Der Verfasser benutzt ein Wort, das nur hier einmalig vorkommt: ‚theopneustos‘, von Gott eingehaucht. Das war auch Bedingung für die Aufnahme in den Kanon, dass sie als von Gott inspiriert gilt. Die Antike kennt die Idee der göttlichen Inspiration, in der Dichtkunst. Was ein Dichter … mit göttlichem Anhauch schreibt, ist gewisslich schön“, sagt Demokrit. Das Motiv der Inspirationslehre ist, einer Schrift, sei sie nun religiöse oder poetisch, mit einer besonderen Autorität, einer normativen Kraft auszustatten. Heute noch gibt es Vertreter einer strikt wortwörtlichen Inspirationslehre, sie bestehen auf dem Schöpfungswerk in 7 Tagen, der Sintflut, dem Stillstehen der Sonne oder sexualethischen Aussagen in den Paulusbriefen. Dabei können sie sich gerade nicht auf diese Stelle im Timotheusbrief berufen, denn der funktionalisiert den Gedanken der Inspiration, die Schrift nütze der Lehre, Aufdeckung, Besserung und Unterweisung der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen werde, alle guten Werke auszuführen. Wie immer jede und jeder von uns die Autorität der biblischen Schriften beurteilt, es lohnt sich sicher immer wieder, sich mit ihr zu beschäftigen. Denn, ist es nicht auch eines unserer Lebensziele, vollkommen zu werden, um so viele guten Werke wie möglich auszuführen. Ich wünsche Ihnen jedenfalls einen schönen Februar.

Stephan Lorenz, Pastor i.R. Urb Sesmarias, Carvoeiro – 960 244 439 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

 

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