Deutschsprachige Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde im Algarve. (DEKA)

Unsere Gottesdienste finden in der Capela de Nossa Senhora da Encarnação in Carvoeiro statt. 

 

       Kapelle Innen

Geschichte Ausgestaltung Kapelle 

 Gott segne Sie und behüte Sie. 

Porta patet, cor magis 

(Die Tür ist offen, unser Herz noch mehr) 

 

Monatslosung Juni 2024  2.Mose 14,13

Keine Angst. Bleibt ruhig und seht die Hilfe des Ewigen, die er euch heute zeigen wird.

וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה אֶל הָעָם אַל תִּירָאוּ הִתְיַצְבוּ וּרְאוּ אֶת יְשׁוּעַת יְהוָה אֲשֶׁר יַעֲשֶׂה לָכֶם

Não temais; estai quietos e vede o livramento do SENHOR, que hoje vos fará;

(mehr Gedanken dazu finden Sie hier Monatslosung Juni)

 

Martin Buber 13. Juni (* 8. Februar 1878 + 13. Juni 1965)

Am 13. Juni 1965 stirbt der jüdische Sozialpsychologe, Theologe, Philosoph und Schriftsteller Martin Buber. In Wien geboren wächst er nach Scheidung seiner Eltern bei seinem Großvater im damaligen Lemberg (heute Lwiw; Ukraine) auf. Dieser Großvater ist ein bekannter jüdischer Gelehrter und Chassidim. Die Chassidim sind eine orthodoxe Gruppe, die aus der Katastrophe der Judenpogrome des 17. Jahrhundert hervorgeht. Sie halten sich streng an Thora (5 Bücher Mose, das jüdische Gesetz) und Kabbala (die spirituelle Seele).  Das persönliche, mystische Glaubenserleben wird gesucht. Später (1949) wird Buber die ‚Erzählungen der Chassidim‘, eine Sammlung jüdischer Geschichten, herausgeben.  Nach der Schule studiert Buber in Wien, Berlin, Leipzig und Zürich Philosophie, Germanistik und Psychiatrie. Er schließt sich dem aufkommenden Zionismus an, schreibt für die jüdische Zeitschrift ‚Die Welt‘. Von 1906 bis 1916 lebt er mit seiner Frau in Berlin, danach bis zu seiner Ausbürgerung 1938 in Heppenheim. Ab 1919 ist der Professor an der Universität Frankfurt. Dort beginnt er mit Franz Rosenzweig die Übersetzung des Alten Testaments. Erst im Alter wird er sie beenden. Vielleicht treiben ihn zwei Motive. Einmal der wirkungsmächtigen, aber eben auch in Teilen antijudaistischen Übersetzung Luthers etwas entgegenzusetzen. Eine Ansage an die damalige protestantische Mehrheitsgesellschaft und ihrer antisemitischen Haltung. Zum andern will er seinen jüdischen Glaubensgeschwistern, die sich seiner Meinung nach zu sehr in die deutsch-christliche Mehrheitsgesellschaft assimilieren die eigene jüdische Sprach- und Denktradition wieder zurückgeben. In der deutschen Sprache will er das hebräische Original hörbar machen. Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal. Finsternis über Urwirbels Antlitz. Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser. Gott sprach: Licht werde! Licht ward. 1933, die Nationalsozialisten werden in die Regierung gewählt und ergreifen die Macht, legt Buber seine Frankfurter Professur nieder. Immer weiter eingeschränkt, bis ihm 1935 alle Auftritte verboten sind, verlässt er 1938 Deutschland in Richtung Palästina. Er bezeichnete seine Einwanderung nach Israel als Rückkehr ‚Alija‘ (Einwanderung). Das Wort hat seinen Ursprung in der Rückkehr von Juden aus dem babylonischen Exil. In Jerusalem er wird Professor für Sozialpsychologie, und ist erster Präsident der Akademie der Wissenschaften Israels. Politisch steht er den Kibbuzim nahe und tritt für eine jüdisch-arabische Verständigung ein. Auch als Philosoph findet Buber mit seiner Schrift ‚Ich und Du‘ international viel Beachtung. Menschliche Beziehungen verdanken sich einem Zwischenraum, der ihnen aber nicht zur Verfügung steht, aber gerade deshalb das Menschsein als wirklicher Beziehung ermöglicht. Öffnet man sich der Begegnung mit dem Anderen, lässt sich auf ein Gespräch ein, werden die sich so miteinander Sprechenden wirklich begegnen.  Man will den anderen nicht von den eigenen Vorstellungen überzeugen, sondern erlebt den Anderen in seiner Andersheit, die es zu verstehen gilt. Das macht im tiefsten Wesen die Beziehungen zwischen Menschen aus. Nicht zuletzt hat Buber eine gewichtige Stimme im jüdisch-christlichen Dialog. Jesus war für Buber ein Jude, aber nicht der Christus (Messias) als Erlöser und Gottessohn. Das Christentum beginne mit Paulus, die ersten ‚Christen‘ betrachteten sich als Juden. Eine Position, die heute von der Theologie geteilt werden kann.

 

Den Gottesdienst zum 2. Sonntag nach Trinitais finden Sie unter der Rubrik 'Gedankensplitter'. 

                                                                                 

 

 

 

 

Wegweiser zur Kapelle

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